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Krieg und Krise in der Ukraine aus energiepolitischer Sicht

Bildvortrag mit Henrik Paulitz, Energieexperte der IPPNW (Internat. Ärzte gegen den Atomkrieg)

Vortrag / Fotos / Videos
Donnerstag, 16.07.2015 19:30 Uhr
Staatsarchiv Ludwigsburg

„Die heutigen Kriege sind Ressourcenkriege", sagte Franz Alt während des Kirchentages vor der US-Kommandozentrale Africom in Stuttgart-Möhringen. Was ist damit gemeint?
Der Energieexperte H. Paulitz wird uns in seinem Vortrag sehr anschaulich ein Beispiel dafür aufzeigen: In der Ukraine steht das größte Atomkraftwerk Europas und nur 200 Kilometer entfernt verläuft derzeit die Front des Ukraine-Krieges. Auch in diesem Krieg wird sehr gezielt die Energie-Infrastruktur zerstört. In der Nähe der Industrie- und Hafenstadt Mariupol wurde eine Gas-Pipeline beschossen. Der Krieg wird derzeit am Asowschen Meer fortgeführt. Wegen seiner Öl- und Erdgas-Vorkommen ist dieser Teil des Schwarzen Meeres von großem strategischem Interesse. Was bedeutete die Krim-Krise aus energiepolitischer Sicht? Was hat die Zerstörung eines Großteils der Kohlebergwerke in der Ostukraine für Folgen?
Ausgelöst wurde der Krieg durch die Maidan-Proteste, die zum Regimewechsel und zum Krieg führten. Die vorherige Regierung wollte sich zunehmend selbst mit Erdgas versorgen, reduzierte die Importmengen und akzeptierte auch nicht die hohen Erdgaspreise. Mit dem Umsturz kam der Internationale Währungsfonds (IWF) auf den Plan und verlangte von der Ukraine, dass die Bevölkerung höhere Gaspreise zahlen müsste. Dafür erhält die Ukraine IWF-Kredite, die in erster Linie allerdings der Bezahlung von Gazprom dienen sollen.
Hinter dem Ukraine-Krieg verbergen sich also unter anderem auch Interessen großer Energiekonzerne. Diese Interessen zu beleuchten hilft dabei, diesen und andere Ressourcenkriege zu verstehen. Der Wechsel hin zu den erneuerbaren Energien wird damit auch zu einem Weg, kriegerische Auseinandersetzungen zu vermindern.

Henrik Paulitz ist Mitarbeiter der internationalen Ärzteorganisation IPPNW (International Physicians for the Prevention of Nuclear War). 1985 wurde diese Organisation mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Weltweit engagiert sie sich auch gegen die Gefahren der Atomenergie.

www.ippnw.de

Das Staatsarchiv Ludwigsburg ist zentral gelegen, ca. 5 Gehminuten vom Bahnhof oder 1 Bushaltestelle in Richtung Innenstadt.

Staatsarchiv Ludwigsburg, Arsenalplatz 3, Eintritt frei

 


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